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 Der Herr ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße,

um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit

werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben

im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23, ein Psalm Davids.

Vorgelesen von Sebastian.

 

Wie gut kennt Gott dich?

Ich denke jeder wird bei dieser Frage klar antworten: „Gott kennt mich besser als jeder andere“, frei nach Psalm 139.

Aber in einem gewissen Punkt bin ich da nicht ganz einverstanden.
Gott kennt jeden Menschen bis ins kleinste Detail und auch unsere Gedanken. Aber ich meine mit dem Kennen etwas Anderes.

Gott ist ganz klar auf die Beziehung zu den Menschen aus. Er will uns nicht einfach nur kennen wie er uns geschaffen hat und was uns auf dem Herzen liegt. Er will uns kennen wie in einer innigen Beziehung – ganz intim und ganz persönlich.

Und genau da ist mir da Gebet in letzter Zeit wieder besonders wichtig geworden.
Wenn ich in Gottes Wort lese und es studiere oder ich in die Kirche gehe und den Predigten zuhöre kann ich Gott kennenlernen, wie Er ist. Ich kann erkennen was Gottes Willen ist und diesen sogar tun. Aber wie genau soll Gott mich kennenlernen, wenn nur ich ihm zuhöre aber ich von meiner Seite aus nicht hören lasse?

Und genau da möchte ich an das Stichwort Beziehung anknüpfen. Wie pflegen wir zwischenmenschliche Beziehungen? Wer kann sich vorstellen eine Ehe vernünftig zu führen, indem er nicht mit dem Partner nicht kommuniziert oder sich nur so zwischendurch mal per Whatsapp meldet? Aber machen wir nicht genau das mit Gott? Wie viel Zeit investierst du ins Gebet? Mal so zwischendurch ein Stoßgebet hier und da, oder ganz wichtig: vor dem Essen muss gebetet werden. Nimmst du dir täglich bewusst Zeit um mit Gott zu reden? Nimmst du dir auch nur eine halbe Stunde pro Tag Zeit um mit Gott zu reden? Ist diese Zeit wirklich reserviert für Ihn? Ich glaube das eine richtige persönliche Beziehung genau von solch qualitativ hochwertigen Zeiten lebt, in denen es um nichts Anderes geht um die, die diese Beziehung pflegen.

Ich möchte euch nicht ins Gewissen reden, sondern es ist mir aufgefallen, dass ich Gott gegenüber viel zu lang geschwiegen habe.

Gottes Segen euch im Nachdenken.

 

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Wir, die wir tot waren. Was heißt es Tod zu sein. Bin ich nicht seit meiner Geburt immer noch quicklebendig? Es geht hier also nicht um den leiblichen Tod – aber was ist dann gemeint?

Ein paar Verse zuvor fordert uns Paulus auf: Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm.

Was macht dieses neue Leben also aus, wenn nicht ein Leben in Christus?

Und das ist nicht, dass was viele Glauben. Wir sind mit Christus gestorben, um mit ihm wiederaufzustehen. Leben von Jesus gibt es nicht, wenn wir vorher nicht mit ihm sterben.

Dieser Tod bedeutet Verlust. Es ist schmerzlich sich seinem alten Leben und der Welt abzusagen, weil es vermeintlich kein Gewinn bringt. Und es ist ein Verlust, doch im Gegensatz zum Leben mit Gott ist dieser Verlust mehr als verkraftbar.

Der Tod ist was Endgültiges. Wir können nicht ein Leben mit Gott führen und den alten Sünden immer wieder mal „Hallo“ sagen. Das macht den Verlust umso schmerzlicher, weil es kein Zurück mehr gibt.

 

Wir sagen immer so schön Jesus hat uns gerettet und uns neues Leben gegeben, aber meinen wir das auch? Leben wir mit diesem Bild vor Augen?

Gibt es wirklich eine Stelle in der Bibel, die verboten ist? Ist diese dann überhaupt noch in der Bibel zu finden oder vielleicht sogar zensiert? Oder liegt einfach eine Schweigepflicht auf dieser Stelle, sodass wir oder unsere Pastoren nicht über diese reden dürfen?

Nein. – Es gibt keine Stelle in der Bibel die verboten ist. Aber natürlich ist das nicht, denn es gab mal eine Stelle, wo der Staat es verboten hat über diese zu predigen.

Und über diese „verbotene“ Stelle möchte ich heute einen kleinen Beitrag schreiben. Es ist nämlich außerordentlich interessant, wenn der Staat sich durch eine Stelle in der Bibel soweit bedroht fühlt und der Stelle so viel Gewicht gibt, dass er es verbietet darüber zu predigen.

Doch die meisten werden die kleine Geschichte, die nur sieben Verse umfasst nicht mal kennen. Es geht um die Bäume, die einen König suchen. Wer erinnert sich das in der Bibel gelesen zu haben? Und wieso kennen wir die Stelle nicht, wenn der Staat so interessiert daran ist?

Die Fabel steht in Richter 9, 8-15 und unter Kaiser Wilhelm II. war es verboten darüber zu predigen.

 

8 Einst gingen die Bäume hin, einen König über sich zu salben; und sie sprachen zum Olivenbaum: Sei König über uns! 9 Und der Olivenbaum sprach zu ihnen: Sollte ich meine Fettigkeit aufgeben, die Götter und Menschen an mir preisen, und sollte hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

10 Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du, sei König über uns! 11 Und der Feigenbaum sprach zu ihnen: Sollte ich meine Süßigkeit aufgeben und meine gute Frucht, und sollte hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

12 Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du, sei König über uns! 13 Und der Weinstock sprach zu ihnen: Sollte ich meinen Most aufgeben, der Götter und Menschen erfreut, und sollte hingehen, um über den Bäumen zu schweben?

14 Da sprachen alle Bäume zum Dornstrauch: Komm du, sei König über uns! 15 Und der Dornstrauch sprach zu den Bäumen: Wenn ihr mich in Wahrheit zum König über euch salben wollt, so kommt, sucht Zuflucht in meinem Schatten; wenn aber nicht, so soll Feuer von dem Dornstrauch ausgehen und die Zedern des Libanon verzehren.

 

Die Fabel steht aber nicht einfach unzusammenhängend in der Bibel, sie wird uns erzählt, nachdem Abimelech durch einen riesen Familienmord zum Alleinherrscher über Sichem gemacht hatte. Das ist auch wahrscheinlich der Grund weshalb sich Kaiser Wilhelm II. durch diese Stelle in gewisser Maßen bedroht gefühlt hat. – Denn was soll der Kaiser machen, wenn seine Herrschaft mit dem Wort Gottes angegriffen wird?

Aber ich denke hinter dem Text steht noch einiges mehr, als dass eine Monarchie kritisch zu betrachten ist.

Was ist mit dem Ölbaum, dem Feigenbaum und dem Weinstock? –  Haben sie alles richtig gemacht? bzw. liegt die Schuld, dass der Dornenstrauch König wurde nur beim „Volk“?

Ich denke, dass die drei guten Bäume, die gute Frucht bringen auch Mitschuld haben. – Sie hätten Verantwortung übernehmen sollen, dann wäre es gar nicht er soweit gekommen.

Was heißt das nun für uns? Ist es gut, wenn wir Verantwortung von uns schieben? Ohne Verantwortung geht’s doch leichter… Und ich bringe ja weiter gute Frucht…

Es ist blöd verantwortlich zu sein. Man kann nicht einfach so absagen, man ist gebunden. Wenn was schief geht muss man den Kopf hinhalten. Und am Ende steht man noch alleine vor den Aufgaben, weil keiner Lust hat mitverantwortlich zu sein.

Dennoch lernen wir aus der Fabel, dass es wichtig ist Verantwortung zu übernehmen. Es ist gut, wenn wir Verantwortung die wir auferlegt bekommen haben nicht aus dem Weg gehen, sondern uns ihr stellen. Und dass ist etwas, was wir als Jugendliche besonders lernen müssen. Es ist die Phase in der wir meist noch nicht viel Verantwortung tragen müssen, aber es ist umso wichtiger zu lernen damit umzugehen.