Standhaft im Glauben

Den meisten von euch wird der Name Marie Durand nichts sagen.
Ich kannte die Dame bis vor einigen Wochen auch noch nicht.
Umso besser, dass ich euch jetzt ihre Geschichte erzählen kann:

Marie Durand wurde am 15 Juli 1711 in Südfrankreich geboren.
Ihre Familie gehörte zu den Reformierten in Frankreich, die zu dieser Zeit stark von der katholischen Kirche und dem fränzösichen König verfolgt wurden.

Ihre Mutter starb 1719 im Gefängnis, nachdem sie bei einer heimlichen Versammlung der Reformierten verhaftet und inhaftiert wurde.
Ihr Vater wurde 1729 bei einer Hausdurchsuchung festgenommen und ins Gefängnis gesteckt.
Er kam 1743 nach 14 Jahren Haft frei und starb wenige Jahre später.
Ihr Bruder Pierre war Prediger innerhalb der Reformierten. Er wurde 1732 verraten und hingerichtet.

1730 wurde Marie Durand zusammen mit ihrem Ehemann verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.
Zu Beginn ihrer Haft bot man ihr die Freiheit an, wenn sie ihren Bruder verraten würde.
Daraufhin schrieb sie ihm, unter keinen Umständen sein Amt als Prediger aufzugeben.

20 Jahre später wurde ihr Ehemann freigelassen, unter der Bedingung Frankreich für immer zu verlassen.

Marie Durand verbrachte 38 Jahre im Gefängnisturm von Aigues-Mortes.
Dort wurden unter Menschenunwürdigen Zuständen Frauen die den Reformierten angehörten festgehalten und gefoltert bis sie entweder starben oder ihren Glauben verleugneten.
In dieser Zeit ermutigte sie ihre Mitgefangenen, ihren Glauben niemals zu verleugnen und standhaft zu bleiben.
Mit bloßen Fingern ritzte sie das Wort „Resister“ in Stein, welches soviel bedeutet wie „Widerstehe“.

Nach 38 Jahren wurde Marie Durand 1768 freigelassen, und kehrte in ihre Heimat zurück, wo sie 8 Jahre später starb.

Sie blieb ihr ganzes Leben lang Standhaft in ihrem Glauben.
Was ein Vorbild diese Frau für uns alle ist.

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