Kleine Tode

Ich traf mich in diese Woche mit einer guten Freundin für eine gemeinsame Stille Zeit. Während wir uns beide draußen im Garten bei Sonnenschein über 2. Korinther 4 Gedanken machten, wies  Gott uns auf Vers11 hin ,der geradezu zugeschnitten für meine momentane Situation war. Unsere Überlegungen möchte ich gerne euch schildern:

 

„Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen…“

 

Das hört sich beim ersten Lesen etwas kompliziert an, aber eigentlich ist dieser Vers gut verständlich, beispielsweise in der Bibelübersetzung Hoffnung für alle:

„Unser Leben lang sind wir um Jesu willen ständig dem Tod ausgeliefert; aber an unserem sterblichen Leib wird auch immer wieder sein Leben sichtbar“.

 

In 2. Korinther 4 spricht der Apostel Paulus über unser zeitliches Leiden auf der Welt und die ewige Herrlichkeit, die auf uns wartet. Aber was sind eigentlich diese Tode, von denen Paulus hier spricht?

Das Leben erfordert zahllose „kleine Tode“ – Gelegenheiten, bei denen wir als Christen die Chance haben, „Nein“ zu unserem Ich und „Ja“ zu Gott zu sagen. Es geht darum, Gott an die Spitze seines Lebens zu stellen, seinen Willen zu suchen und auch wenn es schwer fällt Gottes Entscheidungen für unsere Zukunft zu akzeptieren. Wir haben den heiligen Geist in uns, der uns auf Gott vertrauen lässt, wenn wir ihn nur lassen (vgl. 2. Kor. 4, V.13). Wir müssen unsere eigenen Vorstellungen und Wünsche zurückschrauben und Gott allein die Führung zu überlassen. Das alles ist sehr leicht gesagt, aber in der Umsetzung wirklich schwer und es kostet viel Kraft. Allerdings gibt es einen kleinen Trost: Jesus trug unsere Sorgen, Schwächen und Kummer. Er hat sie bereits bei seinem Tod am Kreuz auf sich genommen. Außerdem war er selber in dem Körper eines Menschen und kennt deshalb die Versuchungen und Schwächen allzu gut, denen wir ausgesetzt sind. Nur in der Gestalt des Menschen konnte Jesus unser Schicksal am eigenen Körper erfahren, unsere Versuchungen verstehen und unser Erlöser werden. Wie hätte er uns retten können, wenn er unsere Leiden nicht selbst kennengelernt hätte?

Jesus war aber nicht nur Mensch, er war zugleich auch immer ein Teil Gottes. Durch den Glauben an ihn werden wir von seinem Licht erhellt, das er uns in unsere Herzen gibt.

  1. Korinther 4, V.8 ff. beschreibt, dass wir einen Schatz in der Form dieses Lichtes haben „obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind“. Wir sind „zerbrechliche Gefäße“, weil wir trotz unseres Glauben immer wieder Glaubensproben unterzogen werden und manchmal ihnen nicht immer standhalten können. Diese Glaubensproben sind „kleine Tode“, denen wir uns gegenüber sehen.

Aber gerade weil wir Menschen nicht unfehlbar sind, kommt Gottes Kraft und Wirken in uns zur Geltung, wenn wir die Glaubensprobe bestehen und uns ganz auf ihn einlassen. Tagtäglich erfahren wir immer wieder das was Jesus durchmachen musste am eigenen Körper und sehen uns Glaubensproben beispielsweise in Form von Zweifel, Versuchungen, Bitterkeit oder Selbstmitleid gegenüber. Wir können allerdings Gott den höchsten Stellenwert einräumen, versuchen unser altes Ego zurückzuschrauben und Gott um innere Stärke für den Fall einer Glaubensprobe zu bitten. Der erste Schritt ist es erst einmal Gott zu suchen und somit auch seine Gnade.

Gottes Gnade ist alles, was wir brauchen,denn seine Kraft „ist in den Schwachen mächtig“

(2. Kor. 12 V.9).

 

Carolin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.