Hallo liebe Generation Zukunft!

Wie der der Titel es schon sagt, geht es hier um die Jugendliste. Wir als Leitungsteam würden uns darüber freuen, wenn ihr das Formular ausfüllt und abschickt. Selbstverständlich werden diese Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weiter gegeben. Es dient lediglich dazu, einen Überblick über unsere Jugendgruppe zu haben.

Falls du Fragen zu dem Thema hast, kannst du dich gerne an Waldemar wenden.

 

LG

Euer Leitungsteam

 

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Ich: Gott, kann ich dir mal eine Frage stellen?
Gott: Sicher.
Versprichst du mir, dass du nicht sauer wirst?
Ich verspreche es.
Warum hast du mich heute so oft enttäuscht?
Was genau meinst du?
Nun, ich bin zu spät aufgewacht!
Ja.
Mein Auto ist andauernd nicht gestartet.
Okay.
Mittags machten sie mein Sandwich falsch und ich musste auf das zweite Sandwich warten – ich hasse es, zu warten.
Hmm.
Als ich auf dem Weg nach Hause war, ging mein Handy kaputt, genau zu dem Zeitpunkt, als ich gerade einen Anruf bekam.
Alles klar.
Und zu allem kam noch dazu, dass ich nach Hause kam, und mein neues Fußmassagegerät ausprobieren wollte, um zu genießen und zu entspannen, aber es funktionierte einfach nicht!
Nichts ging heute richtig und gut! Warum hast Du das zugelassen?

Gott: Lass mich mal sehen…
Der Todesengel war heute Morgen an deinem Bett und ich habe meinen Engel zu dir gesandt, dass er für dein Leben kämpft und ließ dich währenddessen schlafen.
Ich (demütig): Oh!
Dann habe ich zugelassen, dass dein Wagen nicht gestartet ist, weil ein betrunkener Autofahrer genau auf deiner Strecke unterwegs war und du ihm dann nicht begegnet bist, weil du später gefahren bist.
(schämte mich)
Die erste Person, die Ihr Sandwich heute gemacht hat, war krank und ich wollte nicht, dass du die Krankheit bekommst, die sie hatte. Ich wusste, du kannst es dir nicht leisten, krank zu werden und nicht zur Arbeit zu kommen.
(verlegen): Okay
Das Telefon war kaputt, weil die Person, die dich anrief, ein falsches Zeugnis abgeben würde über das, was du gesagt hättest. Und ich wollte einfach nicht, dass man deine Aussagen verfälscht. So habe ich erst gar nicht das Gespräch zustande kommen lassen.
(leise): Ich sehe, Gott.
Oh, und das Fußmassagegerät hatte einen technischen Fehler und hätte alle Sicherungen im Haus durchbrennen lassen. Ich dachte, du wolltest lieber nicht den ganzen Abend im Dunkeln sitzen.
Ich: Es tut mir Leid, Gott.
Es muss dir nicht leid tun – du musst nur lernen, mir zu vertrauen…in allen Dingen, ob sie nun gut laufen oder schlecht.
Ich werde dir vertrauen.
Und zweifle nicht, dass mein Plan für den Tag immer besser ist als dein Plan.
Ich will nicht zweifeln, Gott. Und lass mich noch sagen, Gott: Danke für alles heute!
Du bist willkommen, mein Kind. Es war nur ein weiterer Tag, dass ich dein Gott bin – und ich liebe es, nach meinen Kindern zu schauen!
(Verfasser unbekannt)
Ich glaube das passiert bei uns Christen immer wieder. Irgendetwas läuft nicht so wie wir es wollen und wir beschweren uns deswegen bei Gott. Wie oft fragen wir uns warum das so passiert ist. Ich denke der ein oder andere macht das schon manchmal. Aber einige machen das vielleicht gar nicht oder viel zu selten. Das Beispiel oben finde ich ziemlich gut, den oft steckt wahrscheinlich mehr dahinter als wir sehen können. Ich habe mal noch ein anderes Beispiel gehört: Wenn du in einem Brunnen sitzt, siehst du nur das kleine Stückchen Himmel über dir, aber Gott sieht das große ganze. Und es ist wirklich so. Gott hat alles im Blick und wir müssen lernen ihm zu vertrauen. Vielleicht hattest du genau heute einen schlechten Tag mit ein paar Situationen, die in deinen Augen unnötig erscheinen. Doch nimm dir einfach mal kurz Zeit und danke Gott für diesen Tag. Gott weiß ganz genau warum er etwas zulässt oder eben nicht.

Elisabeth

Ich habe vor kurzem von einer Freundin eine Karte bekommen auf der ein Spruch stand, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.

 

Gibt es Zufälle in deinem Leben?

Ja manches fällt dir zu,

von oben, von mir!

Das passiert nicht einfach so,

das ist ein Teil meines Plans

und Ausdruck meiner Liebe zu dir.

 

Ist das nicht eine völlig neue Sichtweise, den Begriff „Zufall“ zu betrachten?

„Zu“ und „Fall“, es fällt uns also wirklich zu, man kann Zufälle als Gabe Gottes betrachten, egal ob es für uns schlecht oder gut erscheint.

Wichtig ist dabei, dass man das Prinzip der Dankbarkeit einhält, denn sonst erscheinen uns schlechte Zufälle oft als Problem, rufen Unverständnis und Undankbarkeit hervor.

Gute Dinge nehmen wir stattdessen als selbstverständlich hin, betrachten es als selbst erarbeitet und lassen Gott dabei aus dem Spiel.

 

Wie kann man dies ändern oder einen Weg finden, Dankbarkeit zu üben?

In der Familie einer Freundin habe ich eine schöne Tradition beobachtet. Die gesamte Familie klebt immer wieder Post-it’s an den Badezimmerspiegel, auf denen man aufschreibt, wofür man Gott dankt, positive wie auch für negative Dinge. So kann jeder individuell für bestimmte Dinge Dankbarkeit ausüben und wird immer wieder an das Prinzip der Dankbarkeit für positive und negative „Zufälle“. Und das jeden Morgen.

Ich hab mir vorgenommen, es auch auszuprobieren und bin gespannt wie sich meine Sichtweisen auf manche Dinge ändern werden.

Und wie ihr es manchmal im Leben ist, wird aus einem zunächst „schlechten“ Zufall ein Segen für einen selbst und andere.

 

Laura

In unserer Predigtreihe „42 Tage – Leben für meine Freunde“ ging es vor zwei Wochen um das Thema: „Ich verbreite die gute Nachricht von Christus so, wie es mir entspricht.“ Dieses Thema hat mich persönlich besonders in den letzten zwei Wochen begleitet. Der Einstieg zu diesem Thema der Predigtreihe war der Psalm 139 von König David. In diesem Psalm staunt David über die unerschöpfliche und gleichzeitig einzigartige Weise, wie Gott die Welt – und somit das Leben erschafft. Der Vers 14 sticht aus diesem Psalm besonders hervor:

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl“.
Gott hat jeden von uns auf seine Art und Weise wunderbar geschaffen und hat uns mit unterschiedlichen Charakteren und Eigenschaften ausgestattet. Wir alle sind individuell begabt und alle Eigenschaften sind unheimlich wertvoll. Jeder von uns hat mindestens eine Eigenschaft oder eine Begabung, mit der er ein Zeugnis für Jesus sein kann. Wir können nicht alle auf die gleiche Art und Weise die Liebe Gottes unseren Mitmenschen nahebringen, aber wir können unseren eigenen Stil entwickeln. Nicht jeder ist beispielsweise dafür gemacht, auf der Straße offen auf fremde Menschen zuzugehen und ihnen von Jesus zu erzählen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig seinen eigenen Weg zu finden, um authentisch, glaubwürdig und vor allem frei zu sein, ohne sich unwohl in seiner Haut fühlen zu müssen.

Es gibt so viele Möglichkeiten ein Zeugnis für Jesus zu sein. Es gibt eine große Palette von Evangelisationsstilen. Sie reicht von konfrontativ, nach dem Motto: „Verkünde den Menschen Gottes Botschaft. Setz dich dafür ein, ob es den Menschen passt oder nicht! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht, und ermutigt sie, wo es nötig ist.“(2.Timotheus 4,2), bis hin zu dem dienenden Stil, in dem eure Mitmenschen euren Glauben und Überzeugung, durch die Nutzung eurer eigenen Fähigkeiten, eure guten Taten sehen werden. (Matthäus 5, 16) Dazwischen gibt es noch so viele Möglichkeiten, die ihr je nach eurer Persönlichkeit nutzen könnt. Wir sind alle verschieden und deshalb gibt es auch unzählig verschiedene Wege.
Es lohnt sich wirklich sich einmal mit seiner eigenen Persönlichkeit zu beschäftigen. So wird es viel einfacher seinen eigenen Stil für sich zu erkennen. Du kannst dir beispielsweise folgende Fragen stellen: Wie trete ich nach außen hin auf? Welche Charaktermerkmale besitze ich? (z.B. bestimmt, analytisch, kommunikativ, einfühlsam, gesellig, selbstlos etc.). Habe ich besondere Fähigkeiten, die ich einbringen könnte?. Vielleicht fragst du Menschen aus deinem näheren Umfeld, wie sie dich wahrnehmen oder probierst Verschiedenes aus, wenn du dir selber nicht sicher bist.
Manchmal können wir die einzigen Menschen sein, die mit unseren Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften in das Leben von bestimmten Menschen treten und ihnen die gute Nachricht weitergeben können. Glaubwürdigkeit ist auf jeden Fall das wichtigste, deswegen solltest Du du selbst sein und deinen eigenen Stil finden, um die maximale geistliche Wirkung zu erfahren.

Diese Werbung spiegelt sehr gut wieder, was für unsere heutige Gesellschaft normal ist. Wir leben in einem Zeitalter, wo vieles „normal“ ist.

Ich würde die Abschlussfrage vom Werbespot „Warum sollte es dann nicht normal sein online über Geld zu sprechen….“ etwas abändern und fragen „Warum sollte es nicht normal sein in der Schule, Uni, Arbeit über Jesus zu sprechen?“.

Nein, normal ist es nicht. Es ist normal in der Kirche, im Hauskreis oder bei einer anderen geistlichen Veranstaltung über Jesus zu sprechen, doch darüber hinaus…schwierig, selbst nach einer Jugendstunde. Man hat sich ja die Predigt angehört und nun will ich einen entspannten Abend haben. Es gibt schließlich genügend anderen Gesprächsstoff, den meine Freunde noch nicht kennen – was mir letzte Woche alles passiert ist, neusten YouTube Videos, letzten Bundesliga Ergebnisse, neusten Berichte über Personen, endlos viel privaten Kram und wenn es wirklich eng wird mit Gesprächsstoff à Zeit damit verbringen um über die Abendplanung nachzudenken.

Gerade durch diese Predigtreihe ist mir bewusst geworden, dass Jesus nur ein Teil meines Lebens ausmacht und nicht mein Leben ist. Was würde ich in meinem Leben verlieren, wenn es für mich normal wäre über Jesus zu sprechen? Verliere ich Freunde? Verliere ich Ansehen? Stehe ich als Idiot da? Gelte ich dann als „party pooper“, wenn ich meine Stille-Zeit-Gedanken außerhalb von Jugend und Hauskreis erwähne? Schließlich ist es ja „Stille Zeit“.

Wie würde sich mein Leben und das Leben in meinem Umfeld ändern, wenn Jesus normal für meinen Alltag wird? WWJD – Was würde Jesus tun? Was in meinem Herzen ist, bestimmt mein Reden (Lukas 6,45).

Normal über Jesus zu sprechen…natürlich, authentisch, frei. Ihn zu meinem Leben machen. Jesus nicht in bestimmte Zeiten oder Orte zu packen (Gottesdienst, Hauskreis, Jugendstunde), sondern immer bereit sein, über ihn zu reden.

Wie gut kennt Gott dich?

Ich denke jeder wird bei dieser Frage klar antworten: „Gott kennt mich besser als jeder andere“, frei nach Psalm 139.

Aber in einem gewissen Punkt bin ich da nicht ganz einverstanden.
Gott kennt jeden Menschen bis ins kleinste Detail und auch unsere Gedanken. Aber ich meine mit dem Kennen etwas Anderes.

Gott ist ganz klar auf die Beziehung zu den Menschen aus. Er will uns nicht einfach nur kennen wie er uns geschaffen hat und was uns auf dem Herzen liegt. Er will uns kennen wie in einer innigen Beziehung – ganz intim und ganz persönlich.

Und genau da ist mir da Gebet in letzter Zeit wieder besonders wichtig geworden.
Wenn ich in Gottes Wort lese und es studiere oder ich in die Kirche gehe und den Predigten zuhöre kann ich Gott kennenlernen, wie Er ist. Ich kann erkennen was Gottes Willen ist und diesen sogar tun. Aber wie genau soll Gott mich kennenlernen, wenn nur ich ihm zuhöre aber ich von meiner Seite aus nicht hören lasse?

Und genau da möchte ich an das Stichwort Beziehung anknüpfen. Wie pflegen wir zwischenmenschliche Beziehungen? Wer kann sich vorstellen eine Ehe vernünftig zu führen, indem er nicht mit dem Partner nicht kommuniziert oder sich nur so zwischendurch mal per Whatsapp meldet? Aber machen wir nicht genau das mit Gott? Wie viel Zeit investierst du ins Gebet? Mal so zwischendurch ein Stoßgebet hier und da, oder ganz wichtig: vor dem Essen muss gebetet werden. Nimmst du dir täglich bewusst Zeit um mit Gott zu reden? Nimmst du dir auch nur eine halbe Stunde pro Tag Zeit um mit Gott zu reden? Ist diese Zeit wirklich reserviert für Ihn? Ich glaube das eine richtige persönliche Beziehung genau von solch qualitativ hochwertigen Zeiten lebt, in denen es um nichts Anderes geht um die, die diese Beziehung pflegen.

Ich möchte euch nicht ins Gewissen reden, sondern es ist mir aufgefallen, dass ich Gott gegenüber viel zu lang geschwiegen habe.

Gottes Segen euch im Nachdenken.

Anbetung ist schon ne coole Sache, finde ich.
Ganz egal ob Hillsong, Albert Frey, oder Lecrae, die Auswahl an christlicher Musik ist scheinbar grenzenlos.
Und auch wenn ein großer Teil der christlichen Musik niemals als Lobpreis für die Jugend genutzt werden wird, so empfinde ich es doch als großes Privileg, dass wir eine so große Auswahl zur Verfügung haben.
Aber beschränkt sich Anbetung nur auf Musik?
Oftmals erwische ich mich dabei, wie ich zuhause sitze und mir denke: „Cool, gleich gehts los zur Jugend und dann wird endlich mal wieder bisschen Anbetung gemacht.“
Dabei ist Anbetung doch eigentlich so viel mehr als nur Musik.

Anbetung ist für mich, Gott die Ehre dafür zu geben, wie er ist.
Anbetung ist für mich Gott die Ehre dafür zu geben, was er tut.

Sollte dann Anbetung nicht unser komplettes Leben einnehmen?
Klar, wenn wir in der Jugend sind, und in Gemeinschaft Lobpreislieder singen, ist das eine wunderschöne Form der Anbetung.
Nur frage ich mich, ob mein Leben genauso Anbetung Gottes ist, wenn ich nicht in der Jugend oder im Gottesdienst, oder am BSB bin.
Bete ich Gott auch mit meinem Leben außerhalb meiner christlichen Komfortzone an?
Ist mein Umgang mit meinem schwulen Arbeitskollegen genauso vorbildlich wie der mit meinem Pastor?
Behandle ich meine Geschwister im Streit genauso wie meinen besten Freund?
Liebe ich denn Typen der mich in der Bahn anrempelt genauso, wie die alte Dame die mich im Gottesdienst grüßt?

Anbetung Gottes sollte unser komplettes Leben ausmachen, und jedem nach außen hin zeigen, wie Gott in uns und durch uns wirkt.
Lasst uns gemeinsam dafür beten und daran arbeiten, dass wir Gott mit unserem ganzen Leben ehren.

Draußen ist alles grau und regnerisch. Nur wenige Menschen trauen sich bei diesem Wetter auf die Straßen. Etwas ungewöhnlich für die sonst so belebte, große Stadt. Doch langsam erstrahlen die großen Kirchen und alten Gebäude in ein rosa-orange-farbendes Licht. Die bunten Häuser entlang der Fußgängerzone sehen auf einmal ganz freundlich aus. Über allem liegt ein wunderschöner Schimmer.
Potsdam.Fußgängerzone am Abend. Die Sonne geht langsam unter. Der Regen hat endlich nachgelassen. Vor genau 9 Monaten standen wir schonmal hier. Es war sehr heiß. Wir sangen Lieder von Gottes Größe und Liebe. Wir versuchten mit den Menschen zu reden doch die meisten wollten nicht. Es waren vielleicht 2 oder 3 Bibeln die wir verteilt haben. Das wars. So endete unser Einsatz.
Jetzt sind wir wieder hier. Stehen in der gleichen Straße, singen die gleichen Lieder und haben die gleiche Botschaft an die Menschen: Jesus liebt dich und er kann dein Leben radikal verändern. Einige Menschen bleiben stehen, hören kurz zu, lächeln uns freundlich an und gehen weiter. Andere nehmen einen der Flyer die wir ihnen anbieten. Wenige kommen mit uns ins Gespräch. Es ist wirklich erstaunlich dass wir hier überhaupt stehen können, denn den ganzen Tag war es ununterbrochen am regnen. Jetzt zaubert die untergehende Sonne ein Farbenspiel an die Hausfassaden. Wir sind motiviert und überglücklich. Vielleicht nehmen nur wenige Menschen etwas von dem mit, was wir hier tun. Vielleicht auch nur ein einziger. Doch es hätte sich gelohnt.
Von unserem letzten Einsatz haben wir gehört, dass danach einiges in der Gemeinde hier vor Ort, mit welcher wir zusammenarbeiten, passiert ist. Gott hat gewirkt. Für uns schien es so als hätten wir nichts erreicht. Doch in unserer Schwachheit war er stark. In unserem kleinen Handlungsspielraum hat er sich als mächtig erwiesen. Was diesmal geschehen wird wissen wir nicht. Doch eines wissen wir genau: Dort wo wir Gottes Wort sähen wird er dafür sorgen dass die Frucht aufgeht. Auch wenn wir es erst spät oder sogar nie erfahren werden, so dürfen wir doch die Gewissheit haben: Wo auch immer wir von der Liebe Jesu erzählen wird diese Herzen berühren und verändern.
Moni

Ein Mann sitzt in meinem Wohnzimmer und starrt mit ausdrucksloser Miene in den Raum hinein. Sein leerer Blick wandert durch den Raum als würde er nach etwas suchen, obwohl er bereits weiß, dass er es nie finden wird. Er ist kein Fremder, aber wirklich gut kenne ich ihn auch nicht. Ein Bekannter eben, den man nur kennt, weil ihn jemand aus meinem näheren Umfeld kennt. An seinen Namen, sein Alter und seinen Beruf kann ich mich gerade noch so erinnern, während es mir an weiteren Details aus seinem Leben vollständig fehlt. Andersherum denkt dieser Mann wahrscheinlich ähnlich über mich. Die meisten Menschen kennen wohl derartige Begegnungen oder denken vielleicht an ganz konkrete Personen in ihrem Leben. Es ist vielleicht sogar unvermeidbar, solche Personen in seinem Leben zu wissen. Schließlich können wir nicht zu jedermann eine vollkommen offene, intime und authentische Beziehung aufbauen. Manchmal scheint es also unausweichlich, dass bestimmte Beziehungen in ihrer Natur eher oberflächlich und anonym bleiben. So richtig fällt uns dieser Beziehungsstatus jedoch erst auf, wenn er durchbrochen wird und der Schutz der Anonymität auf einmal verfällt. Vielleicht ist es ein Wort, eine Tat oder ein Gespräch. Aber auf einmal scheint der Gegenüber nahbarer als zuvor und man kann sich nicht mehr hinter der Maske der gegenseitigen Unbekanntheit verstecken.

Der Mann in meinem Wohnzimmer fing auf einmal an zu sprechen. Er sprach sehr langsam und bedacht, als hätte er gerade erst das Sprechen gelernt. Die letzten Jahre seines Lebens gleichen einem emotionalen Trümmerfeld, dessen Konsequenzen sich nun im Alltäglichen und Gegenwärtigen seines Lebens wiederfinden. Selbstmord des Bruders, Scheidung, Sorgerechtsstreit, gescheiterte Beziehungen, berufliche Unzufriedenheit, Depressionen. Eine Kaskade der seelischen Verwundbarkeit. Ich hörte ihm zu, doch wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Was sagt man in so einer Situation? Dann sprach er weiter, immer noch leise. Er beschrieb seine Suche nach Heilung, indem er allerlei experimentelle und therapeutische Verfahren ausprobierte, um seine Genesung voranzutreiben.

Ich musste über die Worte des Mannes nachdenken. Manchmal denke ich, dass sich derartige Biographien in den letzten Jahren häufen. Es ist eher die Ausnahme, einem gesunden, glücklichen und zufriedenen Menschen begegnen, denn jeder trägt doch irgendwie eine Last mit sich herum, sichtbar oder unsichtbar. Unsere kühle Arbeitswelt wird von Gewinnmaximierung und Produktivitätssteigerung dominiert. Die Medizin treibt die Perfektionierung des Menschen voran, sodass jede Form des Imperfekten als Defizit angekreidet wird. Beziehungen scheitern. Ehen werden geschieden. Kinder wachsen ohne Väter und Mütter auf. Menschen werden krank. Depressionen, Burnout, Krebs. In was für einer Welt leben wir hier eigentlich, frage ich mich. Und dann fällt es mir ein. Es ist Gottes Welt.

Gottes Welt ist keine perfekte, sorglose Welt. Im Gegenteil, sie ist voll von diesen Dingen, die ich oben aufgezählt habe. Die Bibel ist mitunter auch ein Zeugnis des Leids. Seitdem der Mensch sich gegen Gott gewandt hatte, seitdem er Gott in die Augen sah und so sein wollte wie er, seitdem sich die Tore des Garten Edens geschlossen haben, sind diese Dinge in der Welt der Menschen existent. Krankheit, Beziehungszerfall und Tod sind allgegenwärtige Phänomene der Menschheit. Und das ist kein Geheimnis, sondern eine offenkundige Tatsache, weshalb wir von derartigen Diagnosen eigentlich nicht überrascht sein sollten. Warum auch? Denn der Ort des Verschwindens von Krankheit und Tod, das ist nicht die Erde, sondern der Himmel. Der Mann in meinem Wohnzimmer kannte diesen Ort nicht. Vielleicht kannte er ihn sogar, doch er glaubte nicht an diesen Ort. Es erscheint also nur logisch, dass er sich in seiner Verzweiflung an irdische Therapie- und Kompensationskonzepte wendet, um die Leiden seines Lebens mit anderen Reizen zu übertönen. Das ist der universelle Ratschlag unserer Zeit: Hast du ein Problem, dann musst du es behandeln. Dann folgen meist medizinische, therapeutische oder esoterische Kurmaßnahmen, die auf ihre Art und Weise ein Heilsversprechen liefern. Doch das wird die Risse dieser zerbrochenen Welt nicht wieder zusammenfügen, denn der Riss beginnt nicht in unserem Körper, Kopf oder Herzen, die die Menschen so eifrig versuchen zu therapieren. Er entspringt der Entfremdung von Gottes Seite. Wo kein Gott, da kein Leben. Und dieses Leiden kennt nur ein Heilmittel: Beziehung. Beziehung zu Gott.

Der Mann wollte mein Wohnzimmer wieder verlassen. Ich hatte seine Offenbarungen nahezu wortlos zur Kenntnis genommen und konnte ihm keine Antwort oder Zuspruch bieten. In mir drin sah es jedoch anders aus, weil mir ziemlich schnell bewusst wurde, dass dieser Mann auf der Suche nach Sinn war, nur leider suchte er am falschen Ort. Als ich ihn verabschieden wollte, drückte ich ihm einen Flyer der aktuellen Themenreihe unserer Kirche in die Hand. Wenn du mal genug von deiner Therapie hast, dann komm mal hierhin, sagte ich ihm.